Wie viele Menschen sterben allein? (Statistiken)

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Wie viele Menschen sterben heute allein? Immer mehr, denn das Alleinleben wird zur Normalität: Schon über 17 Millionen Menschen in Deutschland wohnen in einem Einpersonenhaushalt, und bei den über 85-Jährigen lebt mehr als jeder Zweite ohne festen Mitbewohner. Wer ohne Angehörige stirbt, hinterlässt oft niemanden, der sich kümmert, weder um die Bestattung noch um den Nachlass.

Kurz zusammengefasst

Das Alleinleben wird in Deutschland zur Normalität: Rund 17 Millionen Menschen wohnen in einem Einpersonenhaushalt, das ist gut jede fünfte Person (20,6 Prozent). Einpersonenhaushalte sind mit 41,6 Prozent inzwischen der häufigste Haushaltstyp, und bei den über 85-Jährigen lebt mehr als jeder Zweite ohne festen Mitbewohner. Wer ohne Angehörige stirbt, hinterlässt oft niemanden, der sich um Bestattung und Nachlass kümmert.

Diese Seite bündelt die wichtigsten Statistiken zum Alleinleben und einsamen Sterben in Deutschland: wie viele Menschen allein leben, wie oft die öffentliche Hand die Bestattung übernehmen muss, wie häufig erbenlose Nachlässe am Ende an den Staat fallen und wie sich mit einem Testament vorsorgen lässt. Jede Zahl ist mit einer Quelle verlinkt, die Sie am Ende der Seite finden.

Allein leben wird zur Normalität

Wer heute stirbt, hinterlässt immer seltener einen Haushalt voller Angehöriger. Das Alleinleben ist in Deutschland längst kein Randphänomen mehr, sondern prägt einen wachsenden Teil der Gesellschaft.

1. 17 Millionen Menschen in Deutschland leben allein

Im Jahr 2024 lebten in Deutschland gut 17,0 Millionen Menschen allein, das ist gut jede fünfte Person (20,6 Prozent). Innerhalb von zwanzig Jahren ist diese Zahl um 21,8 Prozent gestiegen, 2004 waren es noch 14,0 Millionen.1

2. Einpersonenhaushalte sind der häufigste Haushaltstyp

Mit einem Anteil von gut zwei Fünfteln (41,6 Prozent) sind Einpersonenhaushalte inzwischen der häufigste Haushaltstyp in Deutschland. Der klassische Mehrpersonenhaushalt ist damit nicht mehr die Regel.2

3. Deutschland liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt

Mit 20,5 Prozent lag der Anteil der Alleinlebenden 2024 deutlich über dem EU-Durchschnitt von 16,2 Prozent. Innerhalb der Europäischen Union belegt Deutschland damit Platz sechs.3

Das Alter verschärft die Einsamkeit

Mit den Jahren wird das Alleinleben häufiger, weil Partner versterben und Kinder, sofern vorhanden, weit entfernt wohnen. Gerade im hohen Alter lebt ein großer Teil der Menschen ohne festen Mitbewohner.

4. Mehr als jede zweite Person über 85 lebt allein

In der Altersgruppe ab 65 Jahren lebt gut jede dritte Person allein (34,0 Prozent). Bei den über 85-Jährigen ist es mit 56,0 Prozent bereits mehr als die Hälfte.4

5. Bei Haushalten mit Hochbetagten lebt fast jeder zweite allein

Von den Haushalten, in denen mindestens eine Person ab 65 Jahren lebt, bestanden 46 Prozent aus nur einer älteren Person. Bei Haushalten mit Menschen ab 85 Jahren war der Einpersonenhaushalt mit 62 Prozent der mit Abstand häufigste.5

6. Bis 2040 wohnt voraussichtlich jeder Vierte allein

Die Zahl der Einpersonenhaushalte wird laut Vorausberechnung von 17,3 Millionen im Jahr 2018 auf 19,3 Millionen im Jahr 2040 steigen. Dann werden voraussichtlich 24 Prozent aller in Privathaushalten lebenden Menschen allein wohnen, gegenüber 21 Prozent im Jahr 2018.6

Wenn niemand am Grab steht

Findet sich nach einem Todesfall niemand, der die Bestattung übernimmt oder bezahlen kann, springt die öffentliche Hand ein. Die Zahl dieser von Behörden veranlassten Bestattungen ist ein stiller Gradmesser für Vereinsamung und Armut.

7. Kommunen zahlen über 50 Millionen Euro für Bestattungen

Bundesweit zahlen die Kommunen nach Angaben der Verbraucherinitiative Aeternitas jährlich über 50 Millionen Euro, um Menschen ohne Angehörige oder mit mittellosen Hinterbliebenen zu bestatten. Mit rund 15 Millionen Euro rangiert Nordrhein-Westfalen an erster Stelle.7

8. Rund 20.000 Sozialbestattungen pro Jahr

Im Rückblick auf die vergangenen fünfzehn Jahre wurden bundesweit durchschnittlich 20.000 Menschen jährlich sozial bestattet. Dahinter stehen Verstorbene, deren Angehörige die Kosten nicht tragen konnten oder die niemanden mehr hatten.8

9. Allein in Berlin etwa 2.700 Bestattungen auf Anordnung

In Berlin werden jedes Jahr rund 2.700 Menschen ordnungsbehördlich bestattet, also auf Anordnung der Behörde, weil sich keine bestattungspflichtigen Angehörigen finden oder kümmern. Die Zahl der Fälle und die Kosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.9

10. In Bayern 1.860 Sozialbestattungen in einem Jahr

In Bayern mussten Kommunen in einem Jahr 1.860 Sozialbestattungen veranlassen und gaben dafür 5,16 Millionen Euro aus. Im Jahr 2020 waren es 1.760 Fälle, der Trend zeigt nach oben.10

Der Staat als Erbe der letzten Instanz

Bleibt ein Nachlass ohne Erben und ohne Testament, geht er nicht ins Nichts. Nach Paragraf 1936 BGB wird das Bundesland zum gesetzlichen Erben, ein Mechanismus, der durch die Demografie immer häufiger greift.

11. Thüringen erbte 4,1 Millionen Euro in einem Jahr

Der Freistaat Thüringen erzielte 2023 Einnahmen von knapp 4,1 Millionen Euro aus Fiskalerbschaften, gegenüber rund 3,57 Millionen Euro im Vorjahr. Mit 850 neuen Fällen verzeichnete das Land die höchste Zahl seit 1991.11

12. Erblose Nachlässe in Thüringen mehr als verdoppelt

Die Zahl der neuen Fiskalerbschaften in Thüringen hat sich in fünfzehn Jahren mehr als verdoppelt, von 367 Fällen im Jahr 2008 auf 850 im Jahr 2023. Im Jahr 1991 waren es gerade einmal 17 Fälle.12

13. Baden-Württemberg erbte 887 Nachlässe in einem Jahr

Das Land Baden-Württemberg wurde 2022 in 887 Fällen gesetzlicher Erbe und nahm dadurch rund 5,5 Millionen Euro ein. Im Rekordjahr 2021 brachten rund 100 Fälle mehr dem Land insgesamt sieben Millionen Euro.13

14. Erbenlose Fälle in Baden-Württemberg auf Rekordhoch

In Baden-Württemberg stieg die Zahl der Fiskalerbschaften auf 1.004 Fälle im Jahr 2024 und 1.080 Fälle im Jahr 2025, ein neuer Höchststand. Allein 2025 erbte das Land insgesamt 13,5 Millionen Euro, der höchste Wert seit zehn Jahren.14

Vorsorge schließt die Lücke

Wer ohne Testament und ohne nahe Verwandte stirbt, überlässt die Entscheidung über sein Lebenswerk dem Gesetz und am Ende dem Staat. Schon eine letztwillige Verfügung genügt, um stattdessen einen Menschen oder eine Organisation einzusetzen.

15. Nur rund ein Drittel der Deutschen hat ein Testament

Knapp ein Drittel (31 Prozent) der Befragten gibt an, ein Testament oder einen Erbvertrag aufgesetzt zu haben. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es nur 3 Prozent, erst bei den über 60-Jährigen steigt der Anteil auf 58 Prozent.15

16. Nichteheliche Partner erben ohne Testament nichts

Stirbt ein lediger Mensch ohne Testament, gilt die gesetzliche Erbfolge: Bei Kinderlosen erben die Eltern, danach entferntere Verwandte. Der nichteheliche Lebenspartner wird vom Gesetz überhaupt nicht berücksichtigt, und fehlen alle Verwandten, fällt der Nachlass an den Staat.16

Was unabhängige Quellen zeigen

Neben den Daten zu Haushalten und Bestattungen belegen weitere Studien und amtliche Erhebungen, wie verbreitet Einsamkeit im Alter ist und wie stark sie nach der Pandemie zugenommen hat.

17. Fast jeder Fünfte fühlt sich einsam

Laut einer Auswertung des DIW Berlin auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels fühlten sich 2021 rund 19 Prozent der Menschen in Deutschland zumindest manchmal einsam. Vor der Pandemie waren es 2017 erst 14 Prozent.17

18. Im ersten Pandemiejahr litt fast jeder Dritte unter Einsamkeit

Das Einsamkeitsbarometer des Bundesfamilienministeriums weist für das erste Pandemiejahr 2020 eine Einsamkeitsbelastung von 28,2 Prozent der Bevölkerung aus, 2021 lag der Wert wieder bei 11,3 Prozent. Bei den über 75-Jährigen, der über Jahre am stärksten betroffenen Gruppe, betrug die Belastung 2021 rund 10,2 Prozent.18

19. 12,2 Millionen Menschen fühlen sich oft einsam

Nach der Zeitverwendungserhebung 2022, aufbereitet von der Bundeszentrale für politische Bildung, fühlte sich jede sechste Person ab 10 Jahren (16 Prozent) oft einsam, das entspricht rund 12,2 Millionen Menschen. In der Altersgruppe ab 65 Jahren war es jede zehnte Person (10 Prozent).19

20. Hamburg zahlte 3,2 Millionen Euro für 1.070 Sozialbestattungen

Nach einem Bericht von t-online gab Hamburg im Jahr 2021 insgesamt 3,2 Millionen Euro für 1.070 Sozialbestattungen aus, im Schnitt rund 3.000 Euro pro Fall. Die Stadt übernimmt die Kosten, wenn weder Nachlass noch Erben die Bestattung tragen können.20

Wer ohne Testament und ohne nahe Verwandte stirbt, überlässt sein Lebenswerk am Ende dem Staat. Schon eine letztwillige Verfügung genügt, um stattdessen einen vertrauten Menschen, Freunde oder eine gemeinnützige Organisation einzusetzen. Wer das regeln möchte, kann unseren Testament-Generator nutzen oder sich in den Beiträgen Gesetzliche Erbfolge, Wie viele haben ein Testament? und Was Sterbende bereuen einlesen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viele Menschen in Deutschland leben allein?

2024 lebten in Deutschland gut 17,0 Millionen Menschen allein, das ist gut jede fünfte Person (20,6 Prozent). Innerhalb von zwanzig Jahren ist diese Zahl um rund 22 Prozent gestiegen.

Sind Einpersonenhaushalte der häufigste Haushaltstyp?

Ja. Mit einem Anteil von gut zwei Fünfteln (41,6 Prozent) sind Einpersonenhaushalte inzwischen der häufigste Haushaltstyp in Deutschland. Der klassische Mehrpersonenhaushalt ist damit nicht mehr die Regel.

Was passiert mit dem Nachlass, wenn jemand ohne Angehörige stirbt?

Gibt es keine Erben und kein Testament, fällt der Nachlass am Ende an den Staat als gesetzlichen Erben. Mit einem Testament lässt sich stattdessen selbst bestimmen, wer das Vermögen erhalten soll.

Quellenverzeichnis

  1. 1Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  2. 2Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  3. 3Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  4. 4Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  5. 5Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  6. 6Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  7. 7Bayerische Staatszeitung (bayerische-staatszeitung.de)
  8. 8Bayerische Staatszeitung (bayerische-staatszeitung.de)
  9. 9Berliner Kurier (berliner-kurier.de)
  10. 10Bayerische Staatszeitung (bayerische-staatszeitung.de)
  11. 11Thüringer Finanzministerium (finanzen.thueringen.de)
  12. 12Thüringer Finanzministerium (finanzen.thueringen.de)
  13. 13Stuttgarter Zeitung (stuttgarter-zeitung.de)
  14. 14Wochenblatt-Reporter (wochenblatt-reporter.de)
  15. 15Deutsches Forum für Erbrecht e.V. (erbrechtsforum.de)
  16. 16Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
  17. 17DIW Berlin (diw.de)
  18. 18Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (bmbfsfj.bund.de)
  19. 19Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de)
  20. 20t-online (t-online.de)
Max Kuch

Über den Autor

Max Kuch

Max Kuch beschäftigt sich seit Jahren mit Erbrecht, Nachlassplanung und Verbraucherthemen rund um das Vererben. Für Testamenteinfach sichtet und bündelt er offizielle Daten und repräsentative Studien, hier etwa des Statistischen Bundesamts, der Verbraucherinitiative Aeternitas, der Landesfinanzministerien und von forsa, und bereitet die Zahlen verständlich auf.

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Häufig gestellte Fragen

Der Entwurf selbst ist eine Formulierungshilfe und noch nicht rechtsgültig. Ein Testament wird erst gültig, wenn es vollständig eigenhändig (handschriftlich) geschrieben und mit Vor- und Nachname, Ort und Datum unterschrieben wird (§ 2247 BGB). Unser Entwurf dient als Vorlage zum Abschreiben. Mehr dazu in unserem Ratgeber: Testament ohne Notar.

Das deutsche Erbrecht verlangt für ein eigenhändiges Testament (§ 2247 BGB), dass der gesamte Text vom Erblasser selbst handschriftlich geschrieben und unterschrieben wird. Ein ausgedrucktes oder am Computer geschriebenes Testament ist ungültig (außer beim notariellen Testament). Kostenlose Muster finden Sie in unserem Ratgeber mit Testament-Vorlagen.

Der Pflichtteil ist der gesetzlich garantierte Mindestanteil am Erbe für nahe Angehörige (Kinder, Ehepartner, Eltern). Er beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils und kann nicht durch ein Testament entzogen werden. Unser Entwurf berücksichtigt dies bei der Formulierung. Alle Details und Berechnungsbeispiele finden Sie in unserem Pflichtteil-Ratgeber.

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Ein Berliner Testament ist ein gemeinschaftliches Testament von Ehepartnern oder eingetragenen Lebenspartnern (§ 2269 BGB). Dabei setzen sich die Partner gegenseitig als Alleinerben ein. Erst nach dem Tod des zweiten Partners erben die gemeinsamen Kinder (Schlusserben). Ausführliche Informationen in unserem Berliner Testament Ratgeber.

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