Eine Beerdigung in Deutschland kostet im Schnitt 5.000 bis 8.000 Euro, der Eigenanteil im Pflegeheim über 3.000 Euro im Monat, und am Ende fallen auch noch Kosten für die Nachlassabwicklung an. Sterben ist teuer geworden.
Kurz beantwortet
Eine Beerdigung in Deutschland kostet im Schnitt 5.000 bis 6.000 Euro ohne Grabgestaltung. Rechnet man Grabmal und Grabanlage hinzu, liegen die Kosten bei 7.000 bis 8.000 Euro. Je nach Grabart, Ausstattung und regionalen Gebühren reicht die Gesamtspanne von rund 4.100 bis 41.650 Euro. Hinzu kommen oft noch Pflegekosten am Lebensende und Kosten für die Nachlassabwicklung.
Diese Seite bündelt die wichtigsten Zahlen zu Bestattungskosten, Pflegekosten und Nachlassabwicklung in Deutschland. Jede Statistik ist mit einer Quelle verlinkt, die Sie am Ende der Seite finden. Stand: Mai 2026.
- Was kostet eine Beerdigung in Deutschland?
- Erdbestattung, Feuerbestattung und Alternativen im Kostenvergleich
- Woraus sich die Kosten zusammensetzen
- Regionale Unterschiede bei den Friedhofsgebühren
- Wer zahlt: Sterbegeld, Versicherung und Sozialbestattung
- Pflegekosten am Lebensende
- Nachlass abwickeln: Erbschein, Notar und Nachlassgericht
- Steigende Kosten und Trends
- Quellenverzeichnis
Was kostet eine Beerdigung in Deutschland?
Eine Beerdigung in Deutschland ist teuer und die Spanne ist groß. Wer vorsorgt, sollte realistische Durchschnittswerte kennen.
1. Im Schnitt 5.000 bis 6.000 Euro ohne Grabgestaltung
Die Verbraucherinitiative Aeternitas beziffert die üblichen Gesamtkosten einer Bestattung auf durchschnittlich 5.000 bis 6.000 Euro ohne Grabgestaltung. Rechnet man Grabmal und Grabanlage hinzu, liegen die Kosten im Schnitt bei 7.000 bis 8.000 Euro, noch ohne die spätere Grabpflege.1
2. Spanne von 4.100 bis 41.650 Euro
Werden alle üblichen Leistungen sämtlicher Dienstleister in Anspruch genommen, reicht die Gesamtsumme laut Aeternitas von rund 4.100 Euro bis zu 41.650 Euro. Diese enorme Spanne entsteht durch Grabart, Ausstattung und regionale Gebühren.2
3. Verbraucherzentrale: typisch 4.000 bis 10.000 Euro
Die Verbraucherzentrale NRW gibt an, dass Bestattungskosten typischerweise zwischen 4.000 und 10.000 Euro liegen. Vor allem Bestatterhonorare und Grabmalkosten unterscheiden sich dabei stark nach Region.3
4. Rund eine Million Sterbefälle pro Jahr
2024 starben in Deutschland nach vorläufigen Zahlen etwas mehr als 1,0 Millionen Menschen, ein Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2023 waren es 1,02 Millionen Sterbefälle. Jeder dieser Fälle bedeutet für Angehörige auch eine finanzielle Belastung.4
Erdbestattung, Feuerbestattung und Alternativen im Kostenvergleich
Die Bestattungsart bestimmt die Kosten maßgeblich. Vor allem die Grabart und der Flächenbedarf machen den Unterschied.
5. Anonyme Billigbestattung ab rund 1.000 Euro
Aeternitas beschreibt die Preisspanne als sehr weit: Sie reicht von der einfachsten anonymen Billigbestattung ab rund 1.000 Euro bis zu Summen von weit über 10.000 Euro bei aufwendiger Trauerfeier und großem Wahlgrab.5
6. Seebestattung: anonym ab etwa 2.000 Euro
Eine anonyme Seebestattung ohne Trauergäste ist laut Sparkasse je nach Anbieter ab etwa 2.000 Euro möglich. Eine begleitete Seebestattung mit Trauergesellschaft an Bord liegt dagegen typischerweise zwischen 4.000 und 8.000 Euro.6
7. Baumbestattung im FriedWald: Platz ab 590 Euro
Beim Anbieter FriedWald kostet ein einzelner Bestattungsplatz an einem Gemeinschaftsbaum ab 590 Euro, ein ganzer Baum ab 2.890 Euro. Hinzu kommt eine Beisetzungsgebühr von 450 Euro je Beisetzung. Die Preise können je nach Standort abweichen.7
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Hinter der Endsumme stehen viele einzelne Dienstleister. Aeternitas schlüsselt die typischen Preisspannen der Beteiligten auf.
8. Bestatterleistungen: 1.000 bis 7.000 Euro
Der Bestatter ist meist der größte Einzelposten. Aeternitas nennt für die Leistungen des Bestattungsunternehmens eine Spanne von 1.000 bis 7.000 Euro, je nach Sarg oder Urne, Überführung, Versorgung und Organisation.8
9. Friedhofsverwaltung: 600 bis 6.000 Euro
Die Gebühren der Friedhofsverwaltung für Grabnutzung und Beisetzung reichen laut Aeternitas von 600 bis 6.000 Euro. Sie werden von jeder Kommune selbst festgelegt und sind ein wesentlicher Treiber der regionalen Preisunterschiede.9
10. Steinmetz und Grabmal: 1.400 bis 12.000 Euro
Für Grabstein und Grabeinfassung durch den Steinmetz veranschlagt Aeternitas 1.400 bis 12.000 Euro. Die Grabbepflanzung und Erstanlage durch den Friedhofsgärtner kann zusätzlich 300 bis 12.500 Euro kosten.10
11. Krematorium: 250 bis 700 Euro
Die reine Einäscherung im Krematorium kostet laut Aeternitas zwischen 250 und 700 Euro. Arzt und Standesamt für Leichenschau und Urkunden schlagen mit weiteren 150 bis 300 Euro zu Buche.11
12. Trauerfeier: Blumen und Bewirtung bis 2.600 Euro
Für die Trauerfeier kommen weitere Posten hinzu: Blumenschmuck durch den Floristen kostet laut Aeternitas 150 bis 800 Euro, die Bewirtung im Lokal 250 bis 1.800 Euro. Trauerredner oder Geistliche berechnen bis zu 550 Euro.12
Regionale Unterschiede bei den Friedhofsgebühren
Jede Kommune legt ihre Friedhofsgebühren selbst fest. Für dieselbe Grabart können die Kosten von Stadt zu Stadt um mehrere hundert Prozent abweichen.
13. Sargreihengrab: Berlin 887 Euro, Moers 4.294 Euro
Im Großstädtevergleich von Aeternitas 2025 kostet ein Sargreihengrab in Berlin nur 887 Euro für 20 Jahre Ruhezeit. In Moers werden für 25 Jahre 4.294 Euro fällig, fast das Fünffache für eine vergleichbare Grabart.13
14. Wahlgrab: bis 4.759 Euro in Mainz
Beim Sargwahlgrab ist Mainz mit 4.759 Euro für 30 Jahre die teuerste Großstadt, am günstigsten ist Berlin mit 964 Euro für 20 Jahre. Aeternitas wertet dafür die Gebührenordnungen von 79 Städten mit über 100.000 Einwohnern aus.14
15. Anonymes Urnengrab: 390 bis 2.413 Euro
Selbst beim günstigen anonymen Urnengrab reicht die Spanne von 390 Euro in Ingolstadt (10 Jahre) bis 2.413 Euro in Krefeld (30 Jahre). Die Gebührendatenbank von Aeternitas umfasst rund 1.000 Städte und Gemeinden.15
Wer zahlt: Sterbegeld, Versicherung und Sozialbestattung
Das gesetzliche Sterbegeld gibt es seit 2004 nicht mehr. Erben müssen die Kosten tragen, wenn keine andere Vorsorge greift.
16. Gesetzliches Sterbegeld 2004 abgeschafft
Bis Ende 2003 zahlte die gesetzliche Krankenkasse ein Sterbegeld, zuletzt pauschal 525 Euro für verstorbene Mitglieder und 262,50 Euro für familienversicherte Angehörige. Zum 1. Januar 2004 wurde diese Leistung ersatzlos gestrichen.16
17. Erben tragen die Kosten laut § 1968 BGB
Nach § 1968 BGB tragen die Erben die Kosten der Beerdigung. Bei mehreren Erben werden die Kosten entsprechend der Erbanteile geteilt. Wer das Erbe ausschlägt, kann dennoch über die Bestattungspflicht der Länder herangezogen werden.17
18. Sterbegeldversicherung sichert meist 4.000 bis 10.000 Euro
Private Sterbegeldversicherungen decken laut Verbraucherzentrale typischerweise eine Versicherungssumme zwischen 4.000 und 10.000 Euro ab. Gerade bei älteren Versicherten fließen jedoch oft mehr Beiträge, als die Hinterbliebenen im Todesfall ausgezahlt bekommen.18
19. Sozialbestattung nach § 74 SGB XII
Können die Kostenpflichtigen die Bestattung nicht finanzieren, übernimmt das Sozialamt nach § 74 SGB XII die erforderlichen Kosten einer einfachen, würdigen Bestattung. Geprüft werden dabei Einkommen und Vermögen der verpflichteten Person.19
Pflegekosten am Lebensende
Vor dem Tod stehen oft hohe Pflegekosten. Der Eigenanteil im Pflegeheim ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
20. Eigenanteil im Heim: 3.245 Euro pro Monat
Zum 1. Januar 2026 betrug der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Jahr eines Pflegeheimaufenthalts laut vdek 3.245 Euro im Monat. Ein Jahr zuvor waren es 2.984 Euro, ein Anstieg um 261 Euro oder neun Prozent.20
21. Pflegekosten und Wohnen machen Großteil aus
Vom Eigenanteil entfallen laut vdek 1.685 Euro auf den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil für die Pflege und 1.046 Euro auf Unterkunft und Verpflegung. Der Rest sind Investitionskosten, die die Bundesländer kaum bezuschussen.21
22. 5,7 Millionen Pflegebedürftige
Ende 2023 waren laut Statistischem Bundesamt rund 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig, ein Anstieg um 730.000 oder 15 Prozent gegenüber 2021. Etwa 800.000 von ihnen, rund 14 Prozent, wurden vollstationär im Pflegeheim versorgt.22
23. 4,9 Millionen werden zu Hause gepflegt
Von den 5,7 Millionen Pflegebedürftigen wurden Ende 2023 rund 4,9 Millionen zu Hause versorgt, davon etwa 3,1 Millionen allein durch Angehörige. Die Zahl der zu Hause Gepflegten stieg gegenüber 2021 um 17 Prozent.23
Nachlass abwickeln: Erbschein, Notar und Nachlassgericht
Nach dem Tod fallen weitere Kosten und Wartezeiten an. Der Erbschein richtet sich nach dem Nachlasswert.
24. Erbschein bei 100.000 Euro: rund 546 Euro
Die Kosten für einen Erbschein steigen mit dem Nachlasswert. Bei einem Nachlass von 100.000 Euro fallen nach dem GNotKG insgesamt rund 546 Euro an, da zwei Gebühren anfallen: für die Erteilung und für die eidesstattliche Versicherung.24
25. Erbschein: von 150 Euro bis weit über 1.000 Euro
Bei einem kleinen Nachlass von 10.000 Euro kostet der Erbschein nur rund 150 Euro, bei 50.000 Euro etwa 330 Euro. Bei 500.000 Euro Nachlasswert steigt die Gebühr nach GNotKG auf rund 1.870 Euro.25
26. Erbschein dauert oft über sechs Monate
Laut einer Umfrage des Deutschen Anwaltvereins unter 539 Fachleuten dauert die Erteilung des Erbscheins selbst in unstreitigen Fällen in rund 40 Prozent der Verfahren länger als sechs Monate. Schon die Testamentseröffnung zieht sich in fast der Hälfte der Fälle über zwei Monate.26
Steigende Kosten und Trends
Bestattungen werden seit Jahren teurer und stärker als die allgemeine Inflation. Gleichzeitig setzt sich die Feuerbestattung durch.
27. Preisanstieg 2024 über der Inflation
2024 stiegen die Bestattungspreise laut Aeternitas um 3,1 Prozent und damit erneut stärker als die allgemeine Inflationsrate von 2,2 Prozent. Hauptgründe waren höhere Ausgaben für Personal, Energie und Material.27
28. Über 20 Prozent teurer seit 2019
Seit 2019 sind die durchschnittlichen Bestattungskosten um über 20 Prozent gestiegen. Besonders kräftig fielen die Anstiege 2022 und 2023 aus, als sich Bestattungen über zwei Jahre um fast zehn Prozent verteuerten.28
29. Rund 80 Prozent wählen die Feuerbestattung
Der Trend zur Urne hält an: Lag der Anteil der Feuerbestattungen 2018 noch bei 73 Prozent, waren es 2021 bereits 77 Prozent. Die Daten erhebt die RAL-Gütegemeinschaft Feuerbestattungsanlagen durch bundesweite Befragung der Friedhofsverwaltungen.29
So unangenehm das Thema ist: Wer früh vorsorgt, erspart den Angehörigen im Trauerfall viel finanzielle und organisatorische Belastung. Ein Testament regelt, wer was erbt und wer die Kosten trägt. Wer einen geführten Einstieg sucht, kann unseren Testament-Generator nutzen oder sich in den Beiträgen Durchschnittliches Erbe, Testament schreiben und Testament ohne Notar einlesen.
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Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Beerdigung in Deutschland?
Die Verbraucherinitiative Aeternitas beziffert die üblichen Kosten auf durchschnittlich 5.000 bis 6.000 Euro ohne Grabgestaltung. Mit Grabmal und Grabanlage liegen die Kosten im Schnitt bei 7.000 bis 8.000 Euro.
Warum sind die Bestattungskosten so unterschiedlich?
Werden alle üblichen Leistungen in Anspruch genommen, reicht die Gesamtsumme von rund 4.100 Euro bis zu 41.650 Euro. Diese große Spanne entsteht durch die Grabart, die Ausstattung und stark unterschiedliche regionale Friedhofsgebühren.
Wer zahlt die Beerdigung?
Grundsätzlich müssen die Erben beziehungsweise die unterhaltspflichtigen Angehörigen die Kosten tragen. Reicht das Geld nicht, kann eine Sozialbestattung über das Sozialamt beantragt werden.
Quellenverzeichnis
- 1Aeternitas (aeternitas.de)
- 2Aeternitas (aeternitas.de)
- 3Aeternitas (aeternitas.de)
- 4Destatis (destatis.de)
- 5Aeternitas (aeternitas.de)
- 6Sparkasse (sparkasse.de)
- 7FriedWald (friedwald.de)
- 8Aeternitas (aeternitas.de)
- 9Aeternitas (aeternitas.de)
- 10Aeternitas (aeternitas.de)
- 11Aeternitas (aeternitas.de)
- 12Aeternitas (aeternitas.de)
- 13Aeternitas (aeternitas.de)
- 14Aeternitas (aeternitas.de)
- 15Aeternitas (aeternitas.de)
- 16Allianz (allianz.de)
- 17Aeternitas (aeternitas.de)
- 18Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de)
- 19§ 74 SGB XII (gesetze-im-internet.de)
- 20vdek (vdek.com)
- 21vdek (vdek.com)
- 22Destatis (destatis.de)
- 23Destatis (destatis.de)
- 24Smart-Rechner (smart-rechner.de)
- 25Smart-Rechner (smart-rechner.de)
- 26Deutscher Anwaltverein (anwaltverein.de)
- 27Aeternitas / DELA / Destatis (lebensversicherung-news.de)
- 28Aeternitas (aeternitas.de)
- 29Aeternitas / RAL (aeternitas.de)
Über den Autor
Max Kuch
Max Kuch beschäftigt sich seit Jahren mit Erbrecht, Nachlassplanung und Verbraucherthemen rund um das Vererben. Für Testamenteinfach sichtet und bündelt er die relevanten Daten von Aeternitas, der Verbraucherzentrale, dem vdek und Destatis und bereitet die Zahlen verständlich auf.